Mittwoch, 13. Mai 2009

Hâttric mit Tim Wiese

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, an dieser Stelle nicht mehr so viel über Werder zu schreiben, denn letztlich ist das hier ein St. Pauli Blog. Aber was soll ich machen, wenn Tim und seine Bremer Rasselbande mir Woche für Woche eine Steilvorlage nach der anderen liefern?

Also los, jetzt kommt doch mal ganz nah ran an den Monitor, schließt eure Augen und nehmt drei tiefe Atemzüge durch die Nase! Na, was riecht ihr? Richtig, das ist genau dasselbe billige Rasierwasser, das „Euch Uwe“ Seeler einst beworben hat: Hâttric Classic After Shave!

Quelle: Ralf Hallbauer

Kann es da Zufall sein, dass Tim und seine Jungs in drei Wochen dem Verein mit den drei Buchstaben drei Titel vermasselt haben und er selbst dabei noch drei Elfer gehalten hat? Wohl kaum!

Noch überraschter war ich dann, als ich letzte Woche feststellen durfte, dass Tim neben seinen hervorragenden Torhüter Qualitäten auch noch ein grandioser Entertainer ist! Hört selbst...





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Samstag, 9. Mai 2009

Von Fisch mit Sahnehäubchen
und Pferdekotze

Als ich am Donnerstag nach Feierabend auf dem Heimweg war, schallte es mir bereits am Altonaer Bahnhof aus dem S-Bahnschacht entgegen: „Was ist grüüün und stinkt nach Fisch?“ Mittlerweile kenne ich jemanden, der gehörig unter den Symptomen einer ernstzunehmenden Fischvergiftung leidet. Damit erübrigt sich endgültig die Diskussion, ob denn nun Berlin oder Istanbul die schönere Stadt sei. Mit einer derartigen Magenverstimmung sollte man besser nicht verreisen.
Ein Kompliment gebührt der fantastischen Choreo im Volkspark. Insbesondere die Weiterverwertung der Requisiten im folgenden Spielverlauf hat mich schwer begeistert. Für alle, die es Donnerstag nicht live mitverfolgen konnten oder sich einfach nicht satt sehen können, kommt hier noch einmal Michael Gravgaards Tanz mit dem Papierkügelchen, der zum alles entscheidenden Eckball führte. Einfach zum Zunge schnalzen!



Am heutigen Sonntag können die Bremer dem Ganzen das Sahnehäubchen aufsetzen. Ein weiterer Erfolg im Weserstadion würde unserer Freunde aus der Vorstadt gar aus den UEFA-Cup Rängen schubsen. Chapeau Werder!

Damit enden die grün-weißen Festspielwochen. Zeit, mal wieder vor der eigenen Haustür zu kehren.
Als Stani unter der Woche verkündete, der Klassenerhalt sei bisher keinesfalls gesichert, konnte ich erst einmal nur müde lächeln. Schließlich müssen einige Mannschaften, die im Tableau hinter uns stehen, ja auch noch untereinander antreten. Dann habe ich mir aber doch mal die Mühe gemacht und die vier verbleibenden Spieltage durchkalkuliert. Und siehe da, was musste ich mit Schrecken feststellen? Der Trainer hat wie immer Recht! Allerdings müsste dafür eine Reihe unwahrscheinliche Ereignisse, wie beispielsweise diverse Auswärtssiege potenzieller Absteiger bei den Aufstiegsaspiranten, eintreten. Dennoch, um hundertprozentig sicher zu sein, brauchen wir 42 Zähler!
Das Alles zeigt uns Zweierlei. Zum Einen gehörte Mathematik ganz offensichtlich zu Stanis herausragenden Fächern auf der Fußballlehrerakademie. Zum Anderen sollten wir heute endlich mal wieder unsere Eier hervorkramen und den verdammten Sack gegen Filipos neuen Arbeitgeber dicht machen, damit endlich Ruhe einkehrt.



Kann sich eigentlich jeder der Geschichte von den Pferden und der Apotheke entsinnen?
Als ich vor ein paar Wochen lauthals verkündete, es ginge um Nichts mehr, da unterlag ich der offensichtlich fehlerhaften Annahme, wir würden zum Saisonausklang locker ins Ziel traben. Jetzt bockt der elende Gaul vor dem 42-Punkte Oxer. Es ist nicht zu fassen!



Merke: Mancher Gaul muss auch Kotzen, ohne einen üblen Fisch verspeist zu haben!



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Flasche leer!

Sie stehen zu Hauf jedes Wochenende vor allen Stadien der ersten bis dritten Liga. Sie sorgen dafür, dass die Straßen und Plätze rund um das Stadion nicht in einem Meer von Scherben versinken. Jeder kennt das, schnell vorm Einlass noch den letzten großen Schluck aus der Knolle und dann ab damit in den Einkaufswagen. Die Rede ist von Flaschensammlern. Immer mehr Menschen in dieser Gesellschaft sind auf diese Zusatzeinnahme angewiesen.

Hartz IV macht’s möglich!

Ich bin kein Flaschensammler, ich bin lediglich etwas faul. Daher hatten sich auf meiner Terrasse ein paar Flaschen angesammelt. Die wollte ich nun gestern bei TOOM in Altona abgeben. Neben jeweils einem Kasten Flens, Wasser und Saft, hatte ich noch 49 Einzelflaschen. Da ereignete sich das Folgende:

Olli: Ich hab‘ hier einen Kasten Flens, einmal Wasser und dann noch `ne Kiste Saft.

Dann öffnete ich meine Tüten, so dass die Kassiererin hineinsehen konnte.

Olli: Und dann sind das nochmal 49 Astra zu acht Cent.

Kassiererin: Wir dürfen hier höchstens 40 Einzelflaschen annehmen.

Olli: (bohrt mit dem Finger im Ohr) Bitte was?

Kassiererin: Wir dürfen hier höchstens 40 Einzelflaschen annehmen.

Olli: Soll ich dann die neun Flaschen wieder mit nach Hause nehmen, oder was?

Kassiererin: Wir dürfen hier höchstens 40 Einzelflaschen annehmen.

Olli: (bohrt sich erneut mit dem Finger im Ohr) Holen Sie doch bitte mal Ihren Chef ran!

Kassiererin: (dreht sich zu Seite) Herr Soundso, können `se mal eben kommen? Der Herr hat 49 Einzelflaschen.


Herr Soundso scheint zwar nicht der Chef zu sein, in jedem Fall aber dienstälter und somit ranghöher. Er lächelt wohlwollend. Schließlich habe ich keinen Einkaufswagen, randvoll gepackt mit siffigen und verklebten Flaschen. Seinem Ermessen nach berge ich offensichtlich das Potenzial wieder neue Getränke mit nach Hause nehmen zu wollen. Und so werde ich dann doch noch mein gesamtes Leergut los.
Wie asozial ist das denn?

Da kann sich jeder mal selbst Gedanken machen, wo er demnächst seine Getränke nicht mehr kauft!



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Sonntag, 3. Mai 2009

Quo vadis Sankt Pauli?

Allen, die heute die Reise zum Auswärtsspiel mit dem Bus antreten, sei noch ein kleiner Tipp mit auf den Weg gegeben. Schaut vor dem Aufbruch dem Fahrer ganz genau über die Schulter. Auf dem Display des Navis muss „Ahlen“ als Zielort stehen. Elementarer Bedeutung sei hier dem zweiten Buchstaben, dem „H“, beigemessen. Spätestens allerdings, wenn die Fahrt länger als vier Stunden dauert, solltet ihr misstrauisch werden.
Vor ein paar Jahren haben sich mal zehn Fan-Busse des 1. FC Nürnberg in Aalen verirrt, als der Club in Ahlen kicken musste. Laut Map24.de liegen satte 467 Kilometer zwischen Ahlen und Aalen. Solltet ihr also auf dem falschen Dampfer unterwegs sein, ist der Zug buchstäblich abgefahren. Dann gibt’s garantiert keine Chance mehr, den Fauxpas bis zum Anpfiff wieder auszubügeln.

Ach ja, wo wir gerade bei Verirrungen sind, am Donnerstagabend, der Nacht zum 1. Mai also, habe ich mich seit langem mal wieder dazu hinreißen lassen, mit ein paar Freunden in der Schanze das ein oder andere Bier zu nehmen. Ganz ehrlich, ich war erschrocken, wie viele Gewalttouristen sich dort verlaufen hatten. Was sich dort in abgespielt hat, finde ich gelinde gesagt schockierend. Ihr glaubt, ich spreche von den paar Autonomen, die sich an der Glasfront der Haspa und einiger andere ungeliebter Läden zu schaffen gemacht haben?



Mitnichten! Die paar Scheiben sind ruck zuck ausgetauscht und die Versicherung sorgt für die Regulierung. Eine Zerstörung in ganz anderen Dimensionen geht zurzeit immer rasanter von statten. Sämtliche in den letzten Jahrzehnten gewachsenen sozialen Strukturen werden mir nichts, dir nichts mittels unkontrollierter Kommerzialisierung zerbrochen. Und da befürchte ich, dass das nicht so leicht zu reparieren ist, wie eine geborstene Fensterscheibe.
Die Gewalttouristen, von denen ich spreche tragen Designerklamotten, haben gegeltes Haar und sind in bester Partylaune. Ihre Waffe ist nicht der Pflasterstein, sondern ihre fette Brieftasche, die sie fleißig in langen Schlangen vor den drei Geldautomaten der Haspa aufzufüllen suchen. Die Heerscharen amüsierfreudiger Yuppies machen das Viertel attraktiv für hippe Cocktailbarbetreiber. Internationale Ketten, wie Mc Dreck oder H&M, aber auch schicke und sündhaft teure Boutiquen und Handy-Läden sorgen dafür, dass die Konsumterroristen sich mittlerweile auch schon tagsüber in unserem Viertel herumtreiben.



Was, die Versicherung hat den Vertrag gekündigt, weil ihr permanent einen Schadensfall wegen Vandalismus habt?
Naja, trotzdem seid ihr ja noch da. Insofern scheint sich das Geschäft ja immer noch zu rentieren.
Besonders erschreckend ist dabei, mit welcher Brutalität die Finanzhaie vorgehen. Da werden nach der Übernahme Ladenmieten mal eben verdreifacht.
Gerüchten zufolge kaufen Vertreter großer Labels gezielt Mietverträge inhabergeführter Läden auf und platzieren so unauffällig ihre Produkte. Da wird es langsam schwer zu beurteilen, wer einen Stein in der Scheibe verdient hat und wer nicht.

Was das alles mit Fußball zu tun hat, fragt ihr euch? Nun, ich kann mich seit einiger Zeit dem Gefühl nicht erwehren, dass es auch wieder angesagter geworden ist, zum FC St. Pauli zu gehen. Wer ganz insidermäßig drauf ist, nimmt nach dem Spiel sogar noch ein Bier im Jolly Roger. Kaum zu fassen, was da an Spieltagen los ist. Klar gönne ich der Kneipe den Umsatz. Es geht mir aber ganz gehörig auf den Sack, wenn ich auf dem Weg zum Klo, der dreimal solange dauert, wie üblich, Gesprächsfragmente wie das folgende auffangen muss:

Besuffski 1: Aller, hast du etwa was gegen Schwule?
Besuffski 2: Nee, ganz im Gegenteil, ich bin für alles offen!
Besuffski 1: Na, dann dreh dich mal um, Aller!

Besuffski 2 dreht sich grinsend um, und Besuffski 1 beginnt Stoßbewegungen zu vollführen.


Ihr habt Recht, eigentlich hätte ich was sagen müssen. Aber ich hatte in diesem Moment wirklich keinen Bock auf dummes Gelaber. Stattdessen wollte ich an die frische Luft, um mal kurz durchzuatmen und das eben Gehörte zu verdauen. Der Weg vorbei am Tresen gestaltete sich jedoch aufgrund der Menschenmassen schwieriger als erwartet. Mittlerweile richtig genervt schob mich die Menge vor und zurück, als mir eine junge Dame, weder ihre Attitüde, noch ihr Outfit ließen darauf schließen, dass sie Stammgast ist, von hinten auf die Schulter tippte.

Junge Dame: Ey, du da, geh doch mal weiter!
Olli: (noch freundlich) Wohin denn? Du siehst doch, dass hier im Moment nix geht!
Junge Dame: (deutet mit dem Zeigefinger Richtung Toilette) Am besten da hin!
Olli: (jetzt bestimmter) Wenn du dann schneller draußen bist und mir hoch und heilig versprichst, nie wieder reinzukommen, dann mach‘ ich das sogar!


Allerdings scheint diese kleine Anekdote Kinderkacke im Vergleich zu dem zu sein, was sich vermehrt über die Schicklichkeit einiger, tja wie soll ich sie eigentlich nennen, „Fans“?, bei Auswärtsfahrten lesen und hören lässt.

Leute, wacht endlich auf, es geht um sämtliche Werte und Ideale, die wir uns in den letzten 25 Jahren mühsam erkämpft haben. Das lassen wir uns nicht einfach so kaputt machen! Da werden wir uns wehren!

Auch, wenn dieser Sportsfreund dabei wahrscheinlich keine große Hilfe sein wird:


Quelle: Der Übersteiger

Dieser Event-Tourist ist kurzzeitig nicht in der Lage,
homophobe Sprüche vom Stapel zu lassen.




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